Teilerfolg erziehlt.

Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker muss an der Gewerblichen Berufsschule Dillenburg verbleiben

28.03.2023 | Teilerfolg erzielt! Der Kreistag hat auf seiner Sitzung am 27.03.2023 die Schulbezirksänderung

für die Berufsschulen beschlossen. Jedoch mit einer wesentlichen Änderung!
Der Beruf der Zerspanungsmechaniker wird weiterhin in der Berufsschule Dillenburg beschult, wenn die Betriebe bis zum 01.08. eines jeden Jahres mindestens 12 Auszubildende für den Beruf des Zerspanungsmechanikers anmelden. Des Weiteren wurde der Kreis aufgefordert, den von uns geforderten runden Tisch einzuberufen.

Also alles gut? Nicht ganz. Wir haben zwar eine unumstößliche Abwanderung der Zerspanungsmechaniker in die Berufsschule nach Wetzlar verhindert, aber wenn die geforderte Anzahl nicht erreicht wird, müssen die Zerspanungsmechaniker in die Berufsschule nach Wetzlar. Deshalb ist weiterhin wichtig, dran zu bleiben und weiter Unterschriften auf unsere Petition zu sammeln!

28.03.2023

Die Fachklasse der Zerspanungsmechaniker soll in Zukunft nicht mehr an den beruflichen Schulen in Dillenburg geschult werden und nach Wetzlar wechseln. Diese Entscheidung darf nicht der Schulleiter im Alleingang treffen, denn diese Entscheidung wird massive Auswirkungen auf den Fachkräftemangel in der Region haben!

IG Metall und DGB haben die geplante Verlagerung des Fachklassenstandortes für die Zerspanungsmechaniker kritisiert. Der Ausbildungsberuf sei im nördlichen Dillkreis stets eine der Stützen der dualen Ausbildung gewesen.

Aus gewerkschaftlicher Erfahrung, sinke die Ausbildungsneigung der Betriebe meist deutlich, wenn es keinen Fachklassenstandort am Ort gebe.
Einmal verloren gegangene Ausbildungen seien aber meistens nicht mehr zurückzuholen.


Das System der Berufsausbildungen gerate an allen Ecken und Enden unter Druck: Die Betriebe ziehen sich aus der Ausbildung zurück, Jugendliche gäben schulischen und hochschulischen Ausbildungen den Vorzug. Allen diesen Entwicklungen setzte das Land – und nachvollzogen nun auch der Kreis – keine Widerstände entgegen, sondern vollziehe sie nur passiv nach. Das sei keine Bildungspolitik sondern lediglich Bildungsverwaltung.

Auch für die Gewerkschaften ist klar, dass beide Berufsschulstandorte in unseren Landkreis eine Zukunft brauchen und hierfür u.a. die Ausbildungsbereitschaft in den Betrieben gesteigert werden muss.
In den Jahren 2020 und 2021 ist die Anzahl der BerufsstarterInnen um 20% gesunken. Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von der Corona Situation bis hin zu vorübergehend nachlassenden Anzahl an Schulabgänger/innen.

Vor allem die Entscheidung bezüglich des Ausbildungsgangs der Zerspanungsmechaniker ist nicht nachvollziehbar, da dieser mit anderen Metallberufen zusammen beschult wird. Dies wurde vor einigen Jahren und nach langer Diskussion in den dafür zuständigen Gremien diskutiert, erprobt und ist zum Erfolgsmodell geworden. Dies wurde in dem vorgelegten Berufsschulkonzept überhaupt nicht berücksichtigt. In diesen Überlegungen sind ausschließlich die Anzahl der Zerspanungsmechaniker aufgelistet, so dass der Eindruck entsteht, dass es in der GWS Dillenburg eine Klasse mit zwei Azubis gibt. Dies stimmt so nicht!
Durch die Umsiedlung der Zerspanungsmechaniker werden diese Klassen mit den so genannten affinen Berufen auseinandergerissen, so dass zu befürchten ist, dass auch die anderen Metallberufe bald nicht mehr in Dillenburg beschult werden.

Die Konsequenzen für die Azubis, für die Ausbildungsbetrieben und den Berufsschulstandorten im Lahn-Dill-Kreis wären verheerend. Die Azubis hätten einen unverhältnismäßig langen Schulweg und die Ausbildungsbetriebe, die bereits jetzt nach Fachkräfte rufen und große Probleme haben, Auszubildenden zu bekommen, werden es zukünftig noch schwieriger haben. Dazu kommt, dass nach Gesprächen in den Ausbildungsbetrieben zu befürchten ist, dass diese ihre Auszubildenden zukünftig in die Berufsschule nach Siegen schicken, da diese für die Azubis wesentlich besser erreichbar ist. Was das dann für den Berufsschulstandort im Landkreis bedeutet, müsste eigentlich jedem klar sein!

Die Region Mittelhessen ist als Modellregion im Rahmen der „Transformation“ von der Bundesregierung gekennzeichnet worden. Hier machen wir uns als IG Metall stark, dass durch neue Produkte und neue Produktionsweisen die Zukunft in unserer Region gesichert wird. Und dann entscheidet ein Schulleiter im Alleingang, dass die Zukunft einer ganzen Region am Fachkräftemangel erstickt?

Wir fordern dem Kreistag auf, sich hiervon nicht hinters Licht führen zu lassen und bevor er diese Entscheidung fällt, noch einmal mit allen Beteiligten (IHK, Gewerkschaften, Betriebe, den Gremien in der GWS Dillenburg und Betroffenen) an einen Tisch zu setzen und die Sachlage noch einmal hinterfragt! Zeit hierfür ist gegeben!! Es ist nicht notwendig, diese Pläne bereits im Schuljahr 2023/2024 umzusetzen, zumal das vom Kultusministerium erstellte Landeskonzept „zukunftsfähige Berufsschulen“ die Umsetzung für das Schuljahr 2025/2026 erfolgen soll.

„Wenn in der freien Wirtschaft eine Führungskraft im Alleingang so eine Entscheidung fällt, hätte diese mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Das sich ein Schulleiter so etwas wagt, ist eine Frechheit und nicht in dem Sinne der Region und der Beschäftigten. So kommt man seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht nach.Wir erwarten, dass der Kreistag am Montag keine Entscheidung fällt und den von uns eingeforderten runden Tisch schnellstmöglich einzuberufen.“ - Oliver Scheld, 1. Bevollmächtigter IG Metall Herborn.

 

Von: mh

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